Das Hortus-Netzwerk

Natur im Garten

 

 

 

 

 

 

 

Projekte der Lilien-Arche

LGS 2018 Würzburg

 

Wir beteiligen wir uns aktiv an der Landesgartenschau 2018 Würzburg<http://www.lgs2018-wuerzburg.de/>.

Das Projekt: StadtGartenSchau, hebt sich von allem gekannten auf bisherigen LGS deutlich ab. Für die Landesgartenschau 2018 hat sich das Referat Ökologie (Campus Garten) mit den Stadtgärtner Würzburg-Urban Gardening e.V. und der Volkshochschule Würzburg zusammengeschlossen.

Die Stadtgärtner-Urban Gardening e.V.  setzen das Thema : "Rettung für Lilien"  zusammen mit der Lilien-Arche in Erlangen um.

Der Campus Garten gestaltet unter dem Motto : " Urbanes Gärtnern und Urbane Wildnis " gemeinsam mit dem Hortus Lilium ein Kraterbeet mit einheimischen Wildstauden um.

Zusätzlich werden auf dem Gelände GdS Samentütchen mit einer heimischen Wildstaudenmischung für Biene und Co. angeboten. 


Ein Naschgarten von essbaren Blütenstauden aus der Lilien-Arche, Obst, Erdbeeren und Gemüse teilweise in Bodenkultur ist geplant.

Während der Aktionswochen 31. August bis 13. September werden spezielle Vorträge zur Erhaltung der Vielfalt angeboten. Zwei davon von mir: Seltenes und Rares für die Stadt und in kleinsten Gefäßen, sowie: Wildstauden für Biene und Co.  

 

Hier die Absichtserklärung der StadtGartenSchau:

Wir wollen mit der Idee eines monoton strukturierten, aufgeräumten Gartens brechen, indem wir kreative Alternativen des Gärtnerns aufzeigen - vielfältig und ökologisch. Sei der Ort urban oder ländlich, wir erproben Möglichkeiten, wie jeder Ort pflanzbar werden kann. Wir demonstrieren, wie Grünes in vielfältigster Form jegliche Räume erobern kann. Somit bedarf es keinen eigenen Gartens, um ein Stück Biodiversität zu erschaffen und den Genuss des eigenen Gemüses zu erleben. Wir verdeutlichen, dass der Kreativität in der Anlage von Beeten keine Grenzen gesetzt sind. Dabei steht das Bedürfnis nach lebendiger Natur, die selbst erlebt und gestaltet werden kann, im Fokus - das Wissen um den Lebensraum und die Lebensweise von Pflanzen kann einen intensiven Bezug zur Natur herstellen.
Aber auch das Handwerk des Gärtnerns und die Vielfalt der Nutzpflanzen werden dadurch an eine jüngere Generation weitergegeben, die bisher keine Erfahrungen damit machen konnte. Dadurch, dass die Fläche zu einigen Teilen erst im Laufe der Landesgartenschau bespielt wird, ist der Prozess dynamisch für die Besucher/innen erlebbar. Deshalb werden unsere Ideen zum Mitmachen und Mitgestalten für jede und jeden offen angeboten.
Besucher/innen werden zum Mitmachen eingeladen, interaktives Gärtnern, reger Austausch und gemütliches Beisammensein werden gefördert. Auch interkulturell wird der: StadtGarten so zum Begegnungsort. Darüber hinaus wird die Frage der Stellung des Menschen in und seiner Einflussnahme auf die Natur hinterfragt. Die Stadt gilt mittlerweile vielerorts als Hort der Biodiversität - im Gegensatz zum Agrarland mit ausgedehnten Monokulturen. Auch vor diesem Hintergrund scheint es wichtig, die Vision einer grünen, essbaren Stadt lebendig zu machen. In grauer Stadtkultur wächst auch das Bedürfnis nach Wildnis, Ruhe, Bodenkontakt, und der Zeit für sich und die Dinge um sich herum - Gärtnern verlangsamt die schnelllebige Welt. Nicht zuletzt wollen wir von Anfang an auf die Entstehung des neuen Stadtteil Hubland (LGS-Gelände) mit dem UrbanGardening-Gedanken Einfluss nehmen. Millionen Menschen werden das Gelände der Landesgartenschau besuchen und somit an unsere Idee von Stadtgrün herangeführt - den Prozess selbst mit gestaltend. Über die bereits zugesagten Sachspenden hinaus benötigen wir Hilfe in Form von Spenden. Es wurde ein Crowdfunding ins Leben gerufen.

---------- jede Einzelspende pro Person von mind. 5 € wird mit 10€ von der VR Bank aufgestockt -------

https://vr-bank-wuerzburg.viele-schaffen-mehr.de/stadtgartenschau


Mein Vorschlag wäre daher, das möglichst viele Menschen je 5 € für das Crowdfunding spenden. Der Erlös aus der Versteigerung der Sachspenden am Ende der LGS wird an Hilfsorganisationen gespendet.

Hier nun unsere Beiträge: Kraterbeet, Wildblumenmischung, Essbares Straßengrün (Teile), Hügelbeet und Palettenbeete (Teilweise), Pflanzgefäße.


 

 

 Mach alle mit, denn gemeinsam können wir mehr erreichen.

 

Terra Preta


Um Terra Preta selbst zu machen, benötigt man Pflanzenkohle. Die kann in einem Kon-Tiki selbst hergestellt werden. Dann wird die Kohle zerkleinert und mit Küchen- und Gartenabfällen sowie Mist vermengt. Wichtig, es müssen 10 % Pflanzenkohle sein. Den gemischten Haufen mit einer Folie gegen Regen schützen und nach 6 Wochen erneut durchmischen. Bereits 3 Monate nach dem Ansetzen ist die Terra Preta fertig. Für Moorbeetpflanzen ist sie nicht geeignet, auch Orchideen vertragen sie nicht. Rosen, Obst, Gemüse, Rasen und Zierpflanzen entwickeln sich damit deutlich besser.

 

Terra Preta selber machen


Wenn die Kohle fertig ist und abgelöscht, Auffangbehälter für das aktivierte Kon-Tiki Ablösch-Wasser bereithalten. Ideal zum biologischen Pflanzenschutz, Pflanzenstärkung, Schnecken vergällen und vielem mehr, kann es einige Zeit aufgehoben und angewendet werden. Der pH-Wert liegt bei über 12. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Pflanzenkohle lässt sich auch ganz einfach und fast ohne Kosten in einem selbst gebauten Erd-Kon-Tiki aus holzigen Gartenabfällen herstellen. Die Wandneigung muss zwischen 58 und 63 Grad liegen. Ein in die Mitte eingegrabenes Wasserrohr, ermöglicht das Ablöschen der Kohle von unten. Gartenschlauch anschließen und aufdrehen. Zur Abdeckung haben wir einen alten Untersetzer verwendet. Auch hier lässt sich gut Grillen, während die Pflanzenkohle entsteht. Wir haben sie einfach in einen großen Baumtopf geschaufelt. Durch die Löcher im Boden, fliest das restliche Wasser aus der Kohle gut ab.

 

 

 

 

Erd Kon-Tiki


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In der Lilien-Arche wuchsen bereits 2013 auf selbst gemachter Terra Preta einige stattliche Exemplare aus den vom Deutschen Kürbiskönig, Wilfried Schierding, stammenden Kürbissamen. Sein Siegerkürbis von 2011 brachte 603 Kilo auf die Wage. Macht alle mit und macht euch Terra Preta selber. Wie das geht lest ihr weiter unten.

 

Riesenkürbis aus Brachttaler Kürbiskönig-Samen
Riesenkürbis aus Brachttaler Kürbiskönig-Samen

Riesenkürbisse, botanisch Cucurbita maxima, sind selbstverständlich Speisekürbisse. Ihre Samen können ebenfalls verarbeitet werden und bleiben über viele Jahre keimfähig für neue Riesenkürbisse.

 

 

Terra Preta, die Schwarze Erde

sollte für uns leidenschaftliche Pflanzensammler eigentlich selbstverständlich sein.

Und doch hat sie kaum einer und nur wenige wissen überhaupt von der Wundererde aus Amazonien und Afrika, die nun auch in Slawensiedlungen an der Elbe entdeckt wurde. Es gibt kein besseres Konzept der Nachhaltigkeit für unseren Gartenboden. Dieser anthropogene Erdboden (also von Menschen gemacht), wird als Hortic Anthrosol bezeichnet. In Afrika und Amazonien besteht er aus, Holzkohle (bis annähernd 50%), Mist, Kompost, Tonscherben und Muschelschalen.

Einmal produziert erhält sich Terra Preta wie von selbst für Jahrtausende. Kein Düngen wird mehr erforderlich, lediglich das zuführen von Holzhohle (am besten zermahlen oder reiner Kohlenstoff) Biomasse in Form von Rasenschnitt, Laub, Holzhäcksel, gehacktes Unkraut, Kleintier-, Pferde- oder Kuhmist, Heckenschnitt und die berühmten Küchenabfälle. Der ganze Garten wird zu einer dicken Schicht bestem Dauerhumus der unsere Pflanzen selbstständig und bestens ernähren kann. Hinzu kommt der Umstand, das der Boden viel besser Wasser und Nährstoffe bindet und speichert.

Weshalb ist Terra Preta für Pflanzensammler so wichtig? Sammlungen bestehen über lange Zeiträume, die Pflanzen selber sollten ungestört wachsen können. Kein lockern, graben und hacken ohne unzählige Zwiebelpflanzen und andere dabei zu schädigen oder gar herauszuholen. Terra Preta dagegen braucht nicht mehr umgebrochen zu werden. Einfach nur die Biomasse darauf legen und in kurzer Zeit ist sie assimiliert. Terra Preta kann man sich leicht selber machen. Ich bin gerne mit Rat und Kohlenstoff dabei behilflich. Wer nicht so lange warten will, bekommt sie bereits im Handel angeboten. So auch in der Lilien-Arche in Erlangen.

Mein Wunsch für unsere Gärten währe es, das möglichst viele Gartenbesitzer ihren Boden in Terra Preta verwandeln.

Eine Einschränkung gibt es jedoch. Terra-Preta darf nicht für Moorbeetpflanzen und Orchideen verwendet werden. Im Selbstversuch habe ich gesehen wie Rhododendren darin mehr und mehr abstarben.

Dennoch verwende ich sie im ganzen Garten, nur eben nicht bei den Rhododendren, Hortensien und Eriken.

 

Wie ich meine Terra-Preta selbst machte. 

 

Stefan Strasser
Lilien-Arche Hortus Lilium

 

Buchtipp:

 

Terra Preta

 

 

Feuerlilien für das Bundeskanzleramt

Am 22. September 2010 pflanzten wir Feuerlilien (Lilium bulbiferum ssp. croceum), auch Roggenlilien genannt, im Bundeskanzleramt auf. Das Beet von etwa 70 m² wurde mit vom Aussterben bedrohten Stauden die in Brandenburg und Berlin auf der Roten Liste stehen bepflanzt. Eine der bedrohten Arten ist die Feuerlilie. Das wichtigste Wildvorkommen ist derzeit in Govelin. Unter www.lilienpfad.de/ können die wichtigsten Informationen abgerufen werden.

Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel wird das Staudenbeet Staatsgästen vorführen und auf die Notwendigkeit hinweisen die Artenvielfalt zu erhalten. Am Tag der Offenen Tür können alle Besucher das Staudenbeet besichtigen und sich an einer kleinen Tafel über die Pflanzung informieren. Nicht nur im UNESCO Jahr der Biodiversität.

Lilien für den EGA-Park in Erfurt

Im Herbst 2010 wurden hunderte Lilien aus der Lilien-Arche im ega-park Erfurt auf dem Gelände des ehemaligen Lilienbeetes aufgepflanzt. Somit ist ein zweiter Haltungspartner für die Lilien-Arche entstanden. Bereits im Mai/Juni 2011 können Besucher des EGA Geländes blühende Martagonlilien und deren Hybriden besichtigen. Ergänzt werden sie im Juli und August durch zahlreiche Asiaten und Trompetenlilien in Arten und Sorten.

Netzwerk Pflanzensammlungen

Wie alles begann

Die Idee, ein bundesweites „Netzwerk „Pflanzensammlung“ aufzubauen, ist der Initiative der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (DGG) zu verdanken, die mit dem Symposium Netzwerk Pflanzensammlungen – Sichten, Pflegen, bewahren“ 2009 in Erfurt ein erstes Zeichen für Erhaltungsstrategien für private Pflanzensammlungen in Deutschland setzte und Erfahrungen bereits bestehender Netzwerke aus England, Schweiz und Belgien mit einbezog.

 

Mit der darauf folgenden Gründung der BundesArbeitsgemeinschaft PflanzenSammlungen (BAPS) im Jahr 2010 vereinigten sich private Pflanzensammler und Liebhabervereine, der Verband Botanischer Gärten, Gärtnereibetriebe, Züchter, Wissenschaftler und Vertreter der Deutschen Genbank Zierpflanzen in beratender Funktion, um am Aufbau eines Netzwerkes mitzuwirken. Mit Unterstützung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurde im Juni 2011 der Startschuss für den Projektbeginn  „Netzwerk Pflanzensammlungen“ gegeben. Ein wichtiges Ziel dieses Netzwerkes ist es, bedeutsame Sammlungen als Teilnetzwerke in die Deutsche Genbank Zierpflanzen einzubinden.

 

Der Netzwerkgedanke

Das „Netzwerk Pflanzensammlungen“ macht es sich zur Aufgabe, Pflanzensammlungen in Deutschland ausfindig zu machen, die Vielfalt der genetischen Ressourcen zu dokumentieren und dauerhaft auch für zukünftige Generationen zu sichern. Häufig finden sich gerade in privaten Gärten und Einrichtungen von Liebhaber-Gesellschaften Pflanzen aus unterschiedlichsten Regionen und Epochen wieder. Sie zeugen von einer ausgeprägten Sammelleidenschaft für einzelne Pflanzengattungen. Auch Raritätengärtnereien oder professionelle Züchter widmen sich unterschiedlichen Arten und Sorten und bringen jährlich Neuheiten auf den Markt. Die Projektleitung des „Netzwerk Pflanzensammlungen“ ruft alle Sammler dazu auf, sich am Netzwerkgedanken zu beteiligen, damit das Erbe und Kulturgut „Pflanze“ auch für zukünftige Generationen bewahrt wird.


Der Pflanzenfinder

Über eine gemeinsame Pflanzendatenbank werden nach dem Arche-Prinzip alle Pflanzenarten und- Sorten erfasst und der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Mit Ihrem Eintrag in unsere Pflanzendatenbank leisten Sie einen Beitrag

  • zur gartenkulturhistorischen Entwicklung durch das Bewahren und dokumentieren von historischen Arten und Sorten bis hin zu aktuellen Züchtungen.

  • zur Stärkung der regionalen Identität durch das Bewahren und Dokumentieren von regionaler Sortenvielfalt.

  • zum Naturschutz durch das Bewahren und Dokumentieren von Wildarten oder vorm Aussterben bedrohter Arten.

  • für Wissenschaft und Forschung durch die Bewahrung von  innerartlicher genetischer Variabilität und die Verfügbarkeit von samenechten Sorten und vegetativem Material.

  • zum Erhalt von Lebensqualität durch lebendige Pflanzenvielfalt in unseren Gärten. 


Patenschaften für bedrohte Pflanzensammlungen

Neben dem Sichtbarmachen von Pflanzensammlungen für die Öffentlichkeit, spielt auch der Bewahrungsgedanke für Pflanzensammlungen, die aus Altersgründen oder anderen Beweggründen nicht mehr gepflegt werden können, eine große Rolle. Hier versucht das „Netzwerk Pflanzensammlungen“ Kommunen, Botanische Gärten, Firmen oder Privatpersonen als Paten zu gewinnen, um Sammlungen auf Dauer am Leben zu erhalten.

  • Partnerschaften für Kommunen und Städte: Bedrohten Sammlungen werden überführt und in bestehende oder zukünftige öffentliche Grünkonzepte mit einbezogen (öffentliches Grün, Bundes- und Landesgartenschauen, städtische Wettbewerbe wie Entente Florale).

  • Patenschaften für Gärtnereibetriebe oder Privatpersonen, die über genug Fläche verfügen, Sammlungen aufzunehmen, zu pflegen und gegebenenfalls durch Vermehrung zu spiegeln.


Ausblick in die Zukunft

Ein langfristiges Ziel des „Netzwerk Pflanzensammlungen“ ist es, nach dem englischen Vorbild „Plant Heritage“ bedeutende Sammlungen zu „nationalen Pflanzensammlungen“ zu erklären und auf Dauer eine Nachhaltigkeit zu gewähren.